Ja, Photovoltaik im Winter lohnt sich auf Mallorca. Eine Anlage mit 5 kWp liefert im Dezember noch rund 330 kWh und übers Jahr etwa 7.000 kWh, wie eine PVGIS-Schätzung für die Insel zeigt. Der mildere Winter und die vielen Sonnenstunden halten den Ertrag hoch, wenn andere Regionen längst im Schatten liegen. Wer den Winterstrom selbst nutzt, senkt die Rechnung spürbar. Mehr zur Technik auf unserer Seite zur Photovoltaik.
Von Equipo técnico de Greentech Balear · Veröffentlicht am 23. September 2026 · Aktualisiert am 23. September 2026
Wie viel Strom liefert Photovoltaik im Winter auf Mallorca?
Kurz gesagt: deutlich mehr, als viele erwarten. Die Sonne steht im Winter tiefer und die Tage sind kürzer, doch Mallorca bleibt einer der sonnenreichsten Standorte Europas. Nach den Klimadaten der AEMET zählt Palma rund 2.750 Sonnenstunden im Jahr, im Winter noch etwa fünf Stunden am Tag. Diese Basis macht Photovoltaik im Winter auf der Insel wirtschaftlich.
Mit dem Rechner PVGIS der Europäischen Kommission lässt sich der Ertrag pro Standort schätzen. Für Mallorca ergeben sich rund 1.400 bis 1.500 Kilowattstunden je installiertem Kilowatt-Peak und Jahr. Eine gut ausgerichtete 5-kWp-Anlage kommt damit auf etwa 7.000 Kilowattstunden im Jahr.
Die folgende Schätzung zeigt, wie sich dieser Ertrag über das Jahr verteilt. Sie beruht auf PVGIS-Werten für einen optimal ausgerichteten Standort auf Mallorca und dient als Beispiel:
| Zeitraum | Ertrag einer 5-kWp-Anlage (Schätzung) | Anteil am Jahr |
|---|---|---|
| Dezember (Tiefpunkt) | etwa 330 kWh | rund 5 % |
| Januar | etwa 360 kWh | rund 5 % |
| Winter gesamt (Dez–Feb) | etwa 1.120 kWh | rund 16 % |
| Juli (Höhepunkt) | etwa 810 kWh | rund 12 % |
| Jahr gesamt | etwa 7.000 kWh | 100 % |

Ein Wintermonat liefert also etwa 40 bis 45 Prozent eines Sommermonats. Das klingt nach wenig, deckt aber den Grundbedarf eines Haushalts an vielen Tagen. Genau deshalb rechnet sich Photovoltaik im Winter auch für einen Zweitwohnsitz, der in der kalten Jahreszeit bewohnt wird.

Warum Module bei Kälte oft sogar effizienter arbeiten
Ein weit verbreiteter Irrtum betrifft die Temperatur. Solarmodule brauchen Licht, nicht Wärme. Große Hitze senkt sogar ihren Wirkungsgrad. Ein Modul verliert nach Herstellerangaben je Grad über 25 Grad Celsius etwa 0,3 bis 0,4 Prozent Leistung. Kühle, klare Wintertage sind für die Zellen daher günstig.
Das Fraunhofer ISE, das führende Solarforschungsinstitut Europas, beschreibt diesen Temperatureffekt in seinen Berichten. An einem sonnigen Januartag auf Mallorca arbeiten die Module bei milden 15 Grad nahe an ihrem Optimum. Die tiefer stehende Sonne kostet Ertrag, die kühle Luft gibt einen Teil davon zurück.
Wichtig bleibt die Ausrichtung. Für einen hohen Winterertrag hilft ein etwas steilerer Neigungswinkel, weil er die flache Wintersonne besser einfängt. Wir prüfen bei jeder Anlage, welcher Kompromiss zwischen Sommer- und Winterertrag zum Verbrauch des Hauses passt.
Eigenverbrauch bei Photovoltaik im Winter: Strom direkt nutzen
Der größte Hebel liegt beim Eigenverbrauch. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt teuren Netzstrom. Der regulierte Strompreis (PVPC) lag im September 2026 im Mittel bei etwa 0,19 Euro je Kilowattstunde, ein Marktwert als Rechenbasis. Wer den Solarstrom im Haus verbraucht, spart genau diesen Betrag.
Im Winter fällt der Verbrauch anders aus als im Sommer. Statt der Klimaanlage laufen Heizung, Warmwasser und Beleuchtung. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe, also die vorhandene Split-Klimaanlage im Heizbetrieb, passt gut zum Solarstrom vom Dach. Wie das funktioniert, zeigen wir im Beitrag Klimaanlage als Heizung und im Beitrag Klimaanlage mit Photovoltaik.
So entsteht ein nützlicher Kreislauf: Die Anlage produziert tagsüber, wenn Sie heizen und Warmwasser bereiten. Der Strom fließt direkt in den Verbrauch, statt für wenig Geld ins Netz zu gehen. Damit wird Photovoltaik im Winter vom reinen Ökoargument zum handfesten Sparfaktor.

Batterie, Netz und Überschuss: was mit dem Winterstrom passiert
Nicht jede Kilowattstunde wird sofort gebraucht. Ein Batteriespeicher verschiebt den Sonnenstrom vom Tag in den Abend, wenn geheizt und gekocht wird. Im Winter ist der Speicher kleiner zu dimensionieren als im Sommer, weil weniger Überschuss anfällt. Ob er sich lohnt, hängt vom Verbrauchsprofil ab.
Was nicht selbst genutzt und nicht gespeichert wird, fließt ins Netz. In Spanien regelt der Königliche Erlass RD 244/2019 die vereinfachte Überschusskompensation. Der eingespeiste Strom wird auf der Stromrechnung gutgeschrieben, meist zu einem niedrigeren Preis als der Bezug. Deshalb bleibt der Eigenverbrauch der wichtigste Hebel.
Ein Blick auf die Förderung lohnt sich ebenfalls. Das balearische Programm FOTOPAR unterstützt private Anlagen bis 5 kWp sowie Batterien. Die Runde 2026 lief bis zum 30. April 2026 und ist geschlossen; der Govern hat für Privatpersonen ein neues Fenster vom 26. Januar bis 30. April 2027 angekündigt. Wer im Winter plant, ist für diese Frist gut vorbereitet.
Was kostet eine Anlage und wann rechnet sie sich?
Die Kosten hängen von Größe, Dach und Speicher ab. Als Marktrichtwert liegt eine schlüsselfertige Anlage bei etwa 1.000 Euro je installiertem Kilowatt-Peak, eine 5-kWp-Anlage also grob bei 5.000 bis 8.000 Euro vor Förderung. Das IDAE, die spanische Energieagentur, dokumentiert den langfristigen Preisrückgang der Technik.
Für die Amortisation zählt vor allem der Eigenverbrauch. Ein Haushalt spart je nach Verbrauch grob 700 bis 1.200 Euro Stromkosten im Jahr, was rechnerisch eine Amortisation in etwa sechs bis zehn Jahren ergibt. Diese Spannen sind Marktwerte und ein Rechenbeispiel, kein fester Wert für Ihr Haus. Mit Förderung und hohem Eigenverbrauch verkürzt sich die Zeit.
Gerade Photovoltaik im Winter verbessert diese Rechnung, weil der Solarstrom in der Heizsaison direkt genutzt wird. Wer im Winter heizt und tagsüber Sonnenstrom verbraucht, holt mehr aus jeder Kilowattstunde heraus. Die Anlage arbeitet so das ganze Jahr für sich.
So planen wir Ihre Anlage für einen starken Winterertrag
Eine gute Auslegung entscheidet über den Winterertrag. Wir gehen dabei in klaren Schritten vor, damit die Anlage zu Ihrem Haus und Ihrem Verbrauch passt:
- Vor-Ort-Termin und Analyse von Dach, Ausrichtung und Verschattung.
- Auswertung Ihres Strombezugs, mit Blick auf den Winterverbrauch durch Heizung.
- Auslegung von Modulzahl, Neigung und optionalem Speicher, mit PVGIS-Ertragsschätzung.
- Angebot mit Kosten, erwartetem Ertrag und Amortisation, ohne versteckte Posten.
- Montage, Anmeldung und Legalisierung der Anlage bei den zuständigen Stellen.
- Inbetriebnahme, Einweisung und Angebot einer jährlichen Wartung.
Gerade die Verschattung wird oft unterschätzt. Ein Baum oder ein Nachbargebäude wirft im Winter längere Schatten, weil die Sonne flacher steht. Wir berücksichtigen das in der Planung, damit die Module auch in der kalten Jahreszeit frei liegen.

Was wir bei unseren Projekten auf Mallorca sehen
Nach unseren eigenen Zugriffsdaten von Juni bis September 2026 stammt rund ein Drittel der Interessenten für Solaranlagen aus dem deutschsprachigen Raum, also aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Viele davon besitzen einen Zweitwohnsitz und nutzen das Haus auch im Winter. Für diese Eigentümer zählt der Winterertrag besonders, weil sie in der Nebensaison heizen.
Ein typisches Beispiel aus der Praxis, hier als Rechenbeispiel: Ein Ferienhaus mit einer 6-kWp-Anlage und einer reversiblen Klimaanlage deckt an einem sonnigen Januartag einen großen Teil des Heizstroms vom Dach. Der bezogene Netzstrom sinkt an solchen Tagen deutlich. Über die Wintermonate summiert sich das zu einer spürbaren Entlastung.
Ein zweites Beispiel betrifft leer stehende Häuser. Eine kleine Anlage hält mit wenig Strom eine Grundtemperatur und schützt so vor Feuchtigkeit. Der Strom dafür kommt an vielen Wintertagen direkt von den Modulen. So arbeitet Photovoltaik im Winter auch dann, wenn niemand im Haus ist.

Häufige Fragen zu Photovoltaik im Winter auf Mallorca
Produziert eine Solaranlage im Winter überhaupt genug?
Ja. Eine 5-kWp-Anlage liefert im Dezember auf Mallorca rund 330 Kilowattstunden im Monat. Das deckt an sonnigen Tagen einen großen Teil des Grundbedarfs. Der Ertrag ist niedriger als im Sommer, aber nutzbar und wirtschaftlich.
Schadet Kälte den Modulen?
Nein. Kälte ist für Solarmodule kein Problem, im Gegenteil. Der Wirkungsgrad steigt bei niedrigen Temperaturen leicht. Nur Schnee auf den Modulen würde die Produktion stoppen, was auf Mallorca praktisch nie vorkommt.
Lohnt sich eine Batterie im Winter?
Das hängt vom Verbrauch ab. Im Winter fällt weniger Überschuss an, deshalb wird der Speicher kleiner ausgelegt. Wer abends heizt und Warmwasser braucht, profitiert dennoch. Wir prüfen das im Einzelfall mit Ihren Verbrauchsdaten.
Kann ich meine Klimaanlage mit dem Solarstrom heizen?
Ja. Eine reversible Split-Klimaanlage heizt als Luft-Luft-Wärmepumpe sehr effizient. Läuft sie tagsüber mit Solarstrom, sinkt die Heizrechnung deutlich. Diese Kombination ist auf Mallorca besonders sinnvoll.
Gibt es aktuell Förderung für eine Anlage?
Das Programm FOTOPAR für Privatpersonen war 2026 bis zum 30. April geöffnet und ist derzeit geschlossen. Der Govern hat ein neues Fenster vom 26. Januar bis 30. April 2027 angekündigt. Eine Planung im Winter bereitet Sie auf diese Frist vor.
Quellen
- AEMET — Klimadaten und Sonnenstunden für die Balearen: https://www.aemet.es/es/serviciosclimaticos/datosclimatologicos
- PVGIS, Europäische Kommission — Ertragsschätzung für Photovoltaik: https://joint-research-centre.ec.europa.eu/photovoltaic-geographical-information-system-pvgis_en
- Fraunhofer ISE — Forschung und Berichte zur Photovoltaik: https://www.ise.fraunhofer.de/
- RD 244/2019 (BOE) — vereinfachte Überschusskompensation beim Eigenverbrauch: https://www.boe.es/eli/es/rd/2019/04/05/244/con
- Govern de les Illes Balears — Förderprogramm FOTOPAR: https://www.caib.es/seucaib/es/tramites/tramite/6439804
Ihr nächster Schritt
Möchten Sie wissen, wie viel Ihre Anlage im Winter liefern würde? Wir schätzen den Ertrag für Ihr Dach, planen Eigenverbrauch und Speicher und rechnen die Amortisation ehrlich durch. Rufen Sie uns unter +34 644 450 672 an oder schreiben Sie an info@greentechbalear.com. Mehr zum Thema auf unserer Seite zur Photovoltaik und in unserem Blog.
Equipo técnico de Greentech Balear — Unser technisches Team plant, installiert und wartet Photovoltaik-, Klima- und Heizungslösungen auf ganz Mallorca. Wir schreiben aus der Praxis unserer Projekte auf der Insel.